Religiöse Lyrik
Texte mit dem Bezug zu Weihnachten
Inhaltsverzeichnis
> Anders machen
> Begegnung auf dem Weihnachtsmarkt
> Trost zu Weihnachten
> Weg und Ziel
> Wenn Mächtige knien
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Anders machen
Damit sie beim zweiten Mal nicht auch wieder weiterziehen müssen, gewährt ihnen Raum in der Herberge und gehört zu denjenigen, die kraftvoll an das Gute im Menschen glauben.
Stellt Eure Phantasie zur Verfügung ermuntert sie, in Euren Gedanken Platz zu nehmen und bietet zur Erfrischung Dankbarkeit und Demut, liebt gegen den Verstand und bedenkt, dass Angst die Seele frisst.
Damit sie beim zweiten Mal nicht auch wieder weiterziehen müssen und es endlich besser wird mit uns, gewährt ihnen Raum in der Herberge und lasst es uns anders machen als beim ersten Mal...
Begegnung auf dem Weihnachtsmarkt
Habe ich eigentlich erzählt, dass ich neulich den lieben Gott auf dem Weihnachtsmarkt getroffen habe?
Ich hatte ihn nicht sofort erkannt, er mich aber schon. Und als ich ihn frage, wie es ihm so in der Weihnachtszeit geht, da sagt er: "Komm, ich lade Dich auf ein Stück Stollen ein, das will ich lieber in Ruhe erzählen."
Da sind wir ins neue Café am Markt und wie ich noch denke, dass er mir sicher gleich seinen Unmut über den Kommerz erzählen wird, überrascht er mich als er sagt: "Weihnachten ist für mich sehr emotional. Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich mir vorstelle, was passiert wäre, wenn das schiefgegangen wäre."
"Ja", sage ich, "kaum auszudenken: Du hättest Deinen Sohn verloren und wir wären uns nie begegnet." Er nickt und wir schauen uns in die Augen, die feuchter werden, je länger wir schweigen.
Wir sitzen dann noch eine ganze Weile, beobachten das Geschehen um uns herum, genießen den Stollen und trinken unseren Pharisäer.
Nachdem er gezahlt hat, schlendern wir gemütlich durch die weihnachtlichen Straßen, bis der liebe Gott dann irgendwann wieder nach links in die Kirchgasse abgebogen ist.
Trost zu Weihnachten
Friede auf Erden! Seid getröstet:
Gott lässt sich nicht spotten und vertraut, dass es denen, die sich einfach an den Kopf der Tafel gesetzt haben, ergehen wird wie deren Vorgängern.
An ihren Früchten sind sie erkennbar:
Macht will Unterwürfigkeit und kommt ohne Lügen nicht aus, der Liebe aber ist beides fremd.
Seid getröstet:
Ich werde sie schon noch fragen, was sie an der Bergpredigt nicht verstanden haben.
Bis dahin aber lasst uns die Liebe feiern!
Dieser Augenblick gehört uns!
Weg und Ziel
Dem Stern folgen. Nicht wissen, was kommt.
Der Weg wird zum Ziel. Mir schießt die Frage durch den Kopf, Gott, ob das für die Nachfolge auch gilt.
Und ob, sozusagen, schon die Nachfolge das Ziel der Nachfolge ist.
Es geht mir auf, Gott, dass jeder Versuch, das anders zu deuten, so ist, als würde ich auf den Weg zu Dir eine Abkürzung einschlagen wollen.
So, als sei es möglich, das Ziel zu erreichen, ohne sich auf den Weg gemacht zu haben.
Dem Stern folgen und nicht wissen, was kommt.
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(Der Text ist dem Buch "Weniger geht nicht" entnommen, das 2021 im Manuela Kinzel Verlag erschienen ist)
Wenn Mächtige knien
Auch heute noch knien die Mächtigen absichtsvoll vor dem kleinen Kind.
Können nichts anfangen mit ihm und seiner Mission, knien aber und lassen, um ihre Ängste kleinzuhalten, etwas ihres Reichtums zurück.
Weil Hassende und Lügner gut daran tun, sich nicht offen gegen Liebe und Wahrheit zu stellen, sinnen sie, ihn loszuwerden, bevor er seine Bergpredigt halten und dem Volk den Kopf verdrehen kann.
Und während sie kniend den Eltern schmeicheln, wissen diese längst Bescheid.